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H.Karwatzki Conterganopfer und Tierversuchsgegnerin 10.03.2009

 

Frau Karwatzki ConterganOpfer & Tierversuchsgegnerin

Von: Bu e-Posta adresi istenmeyen posta engelleyicileri tarafından korunuyor. Görüntülemek için JavaScript etkinleştirilmelidir.
Gesendet: Dienstag, 10. März 2009 12:43
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Sehr geehrte Frau Ministerin Aigner,

meine Tierschutz-Kollegin Frau Heidrun Schultz informierte mich über den mit Ihnen geführten Schriftwechsel zur Problematik Schächten. Ihre Antwort an Frau Schultz habe ich unter "abgeordnetenwatsch" http://www.abgeordnetenwatch.de/frage-650-5903--f164651.html#frage164651 zur Kenntnis genommen und möchte wie folgt dazu Stellung nehmen.

Die Tatsache, dass sowohl Sie sich als auch Ihr Amts-Vorgänger Herr Seehofer immer wieder auf äußerst ignorante und sehr fragwürdige Art und Weise zur Problematik "Schächten" in der Öffentlichkeit äußern, lassen sowohl Ihre als auch seine damaligen Aussagen bzw. Ihre so wie seine politische Position keinesfalls glaubwürdiger erscheinen, dass Gegenteil ist der Fall und Ihrem derzeitigen politischen Amt sowie Ihrem Ansehen absolut unwürdig.

Nehmen Sie bitte eines ganz unmissverständlich zur Kenntnis: Die Schächt-Folter hat ganz und gar nichts mit "Religion", dafür um so mehr mit brutalem wie mutwilligem Handeln zu tun, welche unter dem äußerst fadenscheinigen Deckmantel der Bezeichnung "Tradition" politisch und juristische seine Rechtfertigung finden soll - und diese darf in einer zivilisierten, demokratischen Gesellschaft unter gar keinen Umständen Platz haben, denn eine solche "Traditionsfreiheit" ist meines Wissens in unserer VERASSUNG, die für alle Bürgerinnen und Bürger im Übrigen bindend sein muss, ganz und gar nicht festgeschrieben und somit auch absolut nicht verbindlich.

Zumal das Schächten weder in der Thora der Juden noch im Koran der Moslems vorgesehen ist. Die Sure, die zur fadenscheinigen Rechtfertigung immer wieder gerne von Politikern der CDU/CSU, SPD und FDP herangezogen wird, ist völlig aus der Luft gegriffen! Bitte beachten Sie, im Hadith ist zu lesen, dass Mohammed selbst Vegetarier gewesen sein soll.

Die vermeintliche "Religionsfreiheit" (ganz egal welcher Religion!) hört absolut da auf, wo anderen Lebewesen grausames und unnötiges Leid angetan wird, denn dies kann keinesfalls als glaubwürdige Argumentation in irgendeiner Religion Akzeptanz finden! Schon gar nicht im Namen des Volkes, denn 79% der Bürger/innen sprechen sich ganz vehement gegen diese Schächt-Folter aus. Tierquälerische Handlungen dürfen nach der hier geltenden Ethikauffassung nicht unter der Begrifflichkeit “Religion” subsumiert werden. Betäubungsloses Schächt-Schlachten ist zweifellos als vorsätzliche Tierquälerei einzustufen - sonst wäre diese Tötungsart nicht explizit laut regulärem Tierschutzgesetz grundsätzlich verboten!

Verehrte Frau Ministerin Aigner, Ihre politischen Kollegen der CDU/CSU, SPD und FDP und Sie müssen daher "das Rad" bzgl. Schächtdiskussion ganz sicher nicht neu erfinden. Einem fühlenden Tier bei vollem Bewusstsein die Kehle durchzuschneiden und dabei zuzusehen, wie es auf Grund der durch das austretende Blut verstopften Atemwege qualvoll erstickt, empfinden sowohl meine Tierschutzkollegen als auch viele Bürgerinnen als unglaublich barbarisch, sowie lebensverachtend. Dass die betroffenen Tiere dabei entsetzlich leiden, ist wissenschaftlich längst erwiesen. Wer diese Tatsache dennoch bzw. immer noch anders sehen will, sollte sich unbedingt die Bilder der Tiere beim Schächten ansehen oder besser noch, direkt zugegen sein. Vor allem ist das betäubungslose Schächten für uns absolut nicht hinnehmbar, da selbst hochrangige Vertreter des Islams und des Judentums eine schmerzbefreiende Betäubung vor dem Kehlschnitt befürworten und durchaus empfehlen.

Bei allem Respekt und Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Religionen, können und dürfen wir nicht akzeptieren, dass das Schächten in Deutschland geduldet und sogar per Gesetz genehmigt wird.

Auch sind wir, im Gegenzug zu den sich wiederholenden und völlig unhaltbaren Vorwürfen ausländerfeindlich zu sein, der Meinung, dass auch die religiösen Bedürfnisse und Gefühle einer Vielzahl von Menschen unbedingt berücksichtigt werden müssen, die nicht dem islamischen Glauben angehören (ungeachtet welcher Nationalität) und Schächten aus ethischen und moralischen Gründen ablehnen.

Beim Schächten geht es uns nicht um die Diffamierung einer Nation oder Religionen, es geht uns ausschließlich um das unvorstellbare wie völlig unsinnige Leid der Tiere, welches wir nicht zulassen wollen und gerade als Christen auch nicht zulassen dürfen.

In der Schweiz, in Schweden, Norwegen, Island und Lichtenstein ist das Schächten Gott sei Dank bereits längst verboten. Bis zur Wende war das übrigens auch in der DDR der Fall. Daher lautet unsere berechtigte wie eindringliche Forderung, welche wir sowohl an Sie als auch an weitere zuständige, politische Interessensvertreter unmissverständlich richten, dass diese Zielsetzung auch in Deutschland unverzüglich von Ihnen herbeigeführt wird. Damit diese ungeheuerliche Barbarei, die der Mensch den Tieren angedeihen lässt, für immer auch in unserem Land ein Ende findet. Zumal das Staatsziel Tierschutz bei uns in Deutschland im GG verankert ist und dem zu Folge für Jedermann, auch für Juden und Moslems, absolut bindend sein muss.

Menschen, die sich dazu auch noch freiwillig entschließen, sich in Deutschland niederzulassen, müssen, ohne Ausnahme, unsere bestehende Gesetze und Wertvorstellungen achten, respektieren und akzeptieren.
Denn alle Tiere und Menschen haben ein elementares Recht darauf, vor Leiden geschützt und bewahrt zu werden, darin sind sich alle Religionen absolut einig!


Wer dennoch die unsägliche Schächt-Qual weiterhin genehmigt, fördert und kaltblütig ignoriert, kann nicht glaubwürdig bekunden, ein wahrer Interessensvertreter für uns, das Volk sein zu wollen und zu können.

Politiker, Justiz-, Staatsbeamte und Verantwortliche der Industrie aller Couleur behaupten immer wieder, Deutschland verfüge über das "vorbildlichste und strengste" Tierschutzgesetz und nehme diesbezüglich eine internationale Vorreiterrolle ein. Nun fragen wir Sie unumwunden: "Was ist das Tierschutzgesetz in Deutschland, in Anbetracht der unzähligen Ausnahmegenehmigungen, die ausschließlich den Lobbyisten und der gesamten Industrie zugute kommen, eigentlich wirklich wert?"

Wenn die verantwortlichen Ministerien, Behörden, einschließlich der Justiz und Politik in Deutschland wahrhaftig streng bzw. so gewissenhaft nach diesem "Tierschutzgesetz" handeln und kontrollieren würden, dann wären all diejenigen, die derartige Tier-Qualen befürworten, genehmigen und betreiben Straftäter(!), die unverzüglich ins Gefängnis gehören und die unzähligen Ausnahmegenehmigungen des selben unverzüglich zu entfernen.

Übrigens: Unter diesem Link wird sehr deutlich und unmissverständlich klar, dass KEINE Religion das Schächten und damit die Quälerei der Tiere zwingend vorschreibt: http://www.tierschutz-online.de/images/stories/pdf/guide/guide6.pdf .

Desweiteren übersende ich Ihnen in diesem Zusammenhang die Rundsendung 06/2008 der AGfaN e.V. zum Thema "Schächten" (als Word-Dokument dieser, meiner Mail mit beigefügt). Dieses Dokument enthält äußerst interessante Ausführungen aus jüdischer Sicht, die Ihnen und Ihren politischen Kollegen von CDU/CSU, SPD und FDP unter Umständen noch nicht bekannt sind ...wahrscheinlich auch nicht eimal allen jüdischen Mitbürger/innen.

ZITAT
"Wer die Opfer nicht schreien hören, nicht zucken sehen kann, dem es aber, sobald er außer Seh- und Hörweite ist, gleichgültig ist, dass sie schreien und zucken - der hat wohl Nerven, aber - Herz hat er ganz sicher nicht."
Bertha von Suttner (1843-1914)

In diesem Sinne verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Heike-Ingeborg Karwatzki

 



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